Was ist der Unterschied zwischen Teilzeitberufsausbildung und der Verkürzung
der Ausbildungszeit?

Bei einer Teilzeitberufausbildung verringert sich die tägliche bzw. die wöchentliche
Ausbildungszeit. Im Gegensatz dazu bezieht sich Verkürzung der Vollzeitausbildung
auf die Gesamtausbildungszeit und kann aus bestimmten Gründen beantragt werden
(z.B. höherer allgemeiner Schulabschluss, Anrechnung beruflicher Vorbildung oder
bereits geleisteter Ausbildungszeiten usw.).
Grundsätzlich können diese Verkürzungsgründe auch für Teilzeitberufsausbildungen
geltend gemacht werden: Erbringt die Auszubildende gute schulische Leistungen, kann
sie auf Antrag und mit Einverständnis des Betriebes vorzeitig zur Prüfung zugelassen werden.

Verlängert sich die Gesamtdauer der Ausbildung automatisch?

Nein. Ob sich die Gesamtdauer verlängert oder nicht, entscheidet der Ausbildungs-
betrieb gemeinsam mit der Auszubildenden und in Absprache mit der zuständigen
Kammer. Im Regelfall gilt: Bei einer Ausbildungszeit von mindestens 25
Wochenstunden schließen Auszubildende und Unternehmen einen Vertrag über die
Regeldauer. Beträgt die wöchentliche Ausbildungszeit nur 20 Stunden, verlängert
sich die Gesamtausbildungsdauer um ein halbes oder ganzes Jahr.

Wer legt die genaue Arbeitszeit fest?
Betrieb und Auszubildende treffen die Vereinbarung in Absprache mit der eintragenden
Kammer und fixieren sie schriftlich in einem Zusatz zum Ausbildungsvertrag. Hier wird auch
festgelegt, ob sich die Ausbildungszeit täglich oder auf die Woche bezogen verkürzt.
Damit die Beteiligten Planungssicherheit haben und keine Missverständnisse
entstehen, sollten möglichst klare, vorausschauende Regelungen getroffen werden.

Verändert sich auch die Ausbildungsvergütung?

Derzeit bestehen zwei Verfahrensweisen nebeneinander:
- Der Betrieb zahlt die volle Ausbildungsvergütung. Beispiel: In einem Schreiben des
Bundesinnenministeriums an die Bundesverwaltungen wurde im Frühjahr 2015 dafür
geworben, diese Regelung zugunsten der Auszubildenden anzuwenden.
- Der Betrieb reduziert die Vergütung entsprechend der verringerten Stundenzahl.
Im Einzelfall können Sie sich gerne an den Projektverbund LiLA oder die
Ausbildungsberatung der Kammern wenden.

Welcher Urlaubsanspruch besteht in der Teilzeitberufsausbildung?
Teilzeitarbeitende haben den gleichen Anspruch auf Jahresurlaub wie Vollzeitarbeitende.
Die Zahl der Urlaubstage ist abhängig von der Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen
Wochentage: Arbeitet eine Teilzeitauszubildende an genauso vielen Tagen wie eine
Vollzeitkraft, jedoch jeweils weniger Stunden, umfasst der Urlaub gleich viele Tage. Arbeitet
die Auszubildende nicht an jedem Arbeitstag der Woche, werden die Urlaubstage rechnerisch
in Beziehung zum Vollzeitarbeitsverhältnis gesetzt.

Beispiel:
Vollzeitauszubildende: 5 Ausbildungstage pro Woche
Teilzeit: 4 Ausbildungstage pro Woche
Urlaubstage: 25 Ausbildungstage für Vollzeitkräfte

Formel:
25 : 5 x 4 = 20 Urlaubstage,
bezogen auf die Arbeitstage einer Teilzeitkraft
(Quelle: Arbeitsrecht von A bis Z, Ratgeber für Mittelstand und Existenzgründer,
Hrsg. DIHK – Deutscher Industrie- und Handelskammertag Berlin, Bonn 2005)

Wie muss ein Teilzeitausbildungsvertrag gestaltet sein?

Die Vorgaben für Verträge zur Teilzeitberufsausbildung entsprechen denen von
Ausbildungsstellen in Vollzeit. Die Vereinbarung über die reduzierte tägliche oder
wöchentliche Arbeitszeit wird auf dem Ausbildungsvertrag unter „Sonstiges“ oder in
einem vertraglichen Zusatz festgeschrieben. Informationen hierzu sowie
Musterverträge erhalten Sie bei den zuständigen Kammern.

Den Vertragszusatz für Teilzeitberufsausbildungen der IHK Berlin können Sie sich als PDF
herunterladen.

Gibt es finanzielle Fördermöglichkeiten für Betriebe, die
Teilzeitberufsausbildungen anbieten?

Seit Juni 2010 sind Alleinerziehende als zu fördernde Gruppe in das Programm
„Förderung der Berufsausbildung im Land Berlin (FBB)“ (Punkt 2.6) des Berliner Senates
aufgenommen worden. In diesem Programm können Sie als Betrieb einen
Ausbildungszuschuss für Alleinerziehende beantragen. Dieses Förderprogramm gilt bis 2018.

Informationen zu Fördermöglichkeiten finden Sie bei der Handwerkskammer Berlin.

Auskünfte über eventuelle weitere Fördermöglichkeiten für Ausbildungsplätze können Ihnen
die Ausbildungs- bzw. Betriebsberater und -beraterinnen der Kammern und die zuständigen
Agenturen für Arbeit erteilen.